Profidachdecker beim Verlegen von Dämmmaterial am Dachboden. ©

Dach dämmen: Grundlagen, Arten und Kostenfaktoren

Vor allem bei Altbauten lohnt sich eine nachträgliche Modernisierung der Dachdämmung. Sanierungsarbeiten sollten prinzipiell von Profis durchgeführt werden. Das gilt auch für das Dachdämmen von innen.

Grundlagen: Bedeutung der Dachdämmung

Ein gut gedämmtes Haus ist für das langfristige Wohlbefinden der Hausbewohner von fundamentaler Bedeutung. Eine unzureichende Dachdämmung führt zu einem unausgeglichenen Raumklima, was sich auf Dauer ungünstig auf das menschliche Immunsystem auswirkt. Dennoch wird gerade bei einer unzureichenden Dachdämmung in privaten Altbauten nur selten gehandelt. Dies wirkt sich nicht zuletzt auch negativ auf den Energieverbrauch aus: Das Innere ist nicht ausreichend vor Frost und Hitze geschützt, was den Energiebedarf etwa beim Heizen und Klimatisieren drastisch erhöht. Da warme Luft bekanntlich nach oben steigt, sind Dach bzw. Dachboden eine Hauptquelle für den Verlust von Wärme im Inneren des Hauses. 

‌Die Dachdämmung ist ein thermisch isoliertes, schützendes Innenverkleidungsverfahren, das (Heiz-)Wärme im Haus speichert und Kälte sowie Hitze draußen hält. Die Dämmstoffe werden meist auf, unter oder zwischen den Dachsparren angebracht. Insbesondere Altbauten sind oft mit einer überholten und unzulänglichen Dachdämmung ausgestattet. In diesem Fall ist es bei Gebäuden mit zugänglichem Dachgeschoss am einfachsten, das Dach von innen zu dämmen.

Energieeffizienz

Der Zweck der Dachisolierung besteht darin, den Wärmeverlust mithilfe von Material mit geringer Wärmeleitung zu minimieren. Die Dachisolierung ist damit nicht nur energiesparend, sondern auch ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner. 

‌Die Dachisolierung reduziert also unerwünschten Wärmeverlust sowie Wärmegewinn. Sie kann den Energiebedarf von Heizungs- und Kühlsystemen erheblich senken; Statistiken zufolge etwa um 20 bis 30 % (Altbauten). Realistisch betrachtet gibt es keinen Dämmstoff, der zu 100 % isoliert. Es geht daher immer darum, den Energieverlust möglichst zu minimieren. 

‌Die nachträgliche Sanierung alter Dächer ist für die Bundesregierung eine wichtige Maßnahme zum Energiesparen und zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Demgemäß werden Projekte für eine neue Dachdämmung häufig finanziell gefördert.

Do it yourself und Gefahrengeneigtheit

Viele Hausbesitzer nehmen sich vor, die Dachdämmung selbst durchzuführen. Irreführende Beiträge im Internet und verlockende Produktangebote im Einzelhandel verleiten Privatpersonen nur allzu oft zu gefährlichen Selbstexperimenten. Vor allem eine Dachdämmung von innen wird häufig als eine simpel zu bewältigende Aufgabe dargestellt und als DIY-Projekt verkauft. 

‌Es wird oft vergessen, dass handwerkliche Arbeiten in der Regel eine jahrelange Ausbildung erfordern. Nicht umsonst ist die eigenständige Ausführung handwerklicher Tätigkeiten im Handwerksrecht vom Deutschen Bundestag gesetzlich geregelt. Das Handwerksrecht definiert klar jene handwerklichen Arbeiten, die im professionellen Bereich aufgrund ihrer sogenannten Gefahrengeneigtheit nur unter Aufsicht eines Meisterhandwerkers durchgeführt werden dürfen.
Hinweis:
Gefahrengeneigtheit:

Dem Handwerksrecht zufolge gelten Tätigkeiten dann als „gefahrgeneigt“, wenn bei „unsachgemäßer Ausübung Gefahren für die Gesundheit oder das Leben Dritter drohen“ und deshalb eine besonders gründliche Ausbildung erfordern.
In Bezug auf das Bau- und Ausbaugewerbe führt der Gesetzestext explizit die Gefahren der handwerklichen Tätigkeiten von Klempnern, Dachdeckern und auch Trockenausbauern an. 

‌Durch unsachgemäßes Vorgehen besteht vor allem die Gefahr von fallenden und einstürzenden Bauteilen sowie der Freisetzung giftiger Stoffe. Fehler bei Dachdeckungen und anspruchsvolle Gerüstbauten können demnach erhebliche Gefährdungen zur Folge haben. 

‌Aus diesem Grund ist von der selbstständigen Durchführung von Arbeiten am Dach durch Laien in jedem Fall abzuraten! Die Arbeiten sind dem ausgebildeten Profidachdecker zu überlassen. Und es empfiehlt sich, möglichst früh in der Planung einen Experten mit einzubeziehen. Über das Suchportal können Sie einen passenden Dachdeckerbetrieb in Ihrer Nähe ausfindig machen.

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Dach dämmen: Materialien und Einbau

Aufsparren, Zwischensparren, Untersparren

Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten, die Dämmung auf die Dachsparren anzubringen. Der Dachstuhl mit seinen sogenannten Sparren ist der eigentliche Träger des Daches. Eine Dämmung lässt sich montieren:
  • auf den Sparren (Aufsparrendämmung) 
  • zwischen den Sparren (Zwischensparrendämmung) 
  • unter den Sparren (Untersparrendämmung)
  • Die Aufsparrendämmung ist eine sehr effiziente und platzsparende Dämmmethode. Bei dieser wird die Dämmung zwischen den Sparren und der Dacheindeckung installiert und verhindert somit Wärmebrücken. Sie wird üblicherweise bei Neubauten integriert. Für eine nachträgliche Sanierung ist sie eher ungeeignet, da dafür die komplette Dacheindeckung entfernt werden muss. 

    Zwischen- und Untersparrendämmungen sind einfacher zu installieren und auch für die Innendämmung geeignet. In der Anschaffung sind sie günstiger als die Aufsparrendämmung. Bei der Zwischensparrendämmung bilden die ausbleibenden Holzsparren jedoch Wärmebrücken. Bei Untersparrendämmungen nimmt die Dämmung Platz der nutzbaren Fläche des Raumes weg. Häufig werden bei einer nachträglichen Dämmung diese beide Varianten kombiniert, um eine möglichst gute Wärmedämmung zu erzielen. 

    ‌Ein Sonderfall ist zudem die Einblasdämmung. Hierbei wird das Füllmaterial in Hohlräume geblasen. Eine kostengünstige, aber weniger verlässliche Methode zur Dachdämmung.

    Innen- und Außendämmung

    Grundsätzlich kann man ein Dach von außen dämmen, so wie es bei Neubauten häufig vorkommt, oder es erfolgt eine Dachdämmung von innen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile und sind in verschiedenen Kontexten sinnvoll. 

    ‌Eine Innendämmung kann auf zwei Arten ausgeführt werden:
  • Die Zwischensparrendämmung bringt erfahrungsgemäß sehr gute Dämmresultate und trägt zur nachhaltigen Energieeffizienz bei. Die Zwischensparrendämmung wird als Warmdach ausgeführt, also auf der Innenseite mit einer zusätzlichen, luftdichten Folie vor Feuchtigkeit geschützt.
  • Eine Untersparrendämmung eignet sich als verstärkende Maßnahme, wenn bereits eine nicht ausreichende Dämmschicht vorhanden ist, die beibehalten werden soll. Sie verbessert Wärme- und Schalldämmung, eignet sich jedoch nicht zur alleinigen Anwendung. 
  • Die Außendämmung wird aus ökonomischen Gründen nur selten im Nachhinein angebracht. Bei der Dämmung von außen werden feste Platten aus Mineralwolle oder anderen Materialien oberhalb der Sparren und unterhalb der Dachhaut verlegt. Die Dämmschicht bildet eine durchgehende Fläche, was bauphysikalisch gesehen ein Vorteil ist. Die Wärmedämmschicht hat damit keine Unterbrechungen und wirkt so besonders effizient.

    Verschiedene Baustoffe

    Selbstverständlich werden für die Dachdämmung verschiedene Materialien angeboten. Grundsätzlich bestimmen das Projekt (Sanierung oder Neubau), die bauliche Situation, der Preis und natürlich das energetische Ziel der Dämmmaßnahme die Entscheidung.
    Hinweis:
    Die Eigenschaften der einzelnen Dämmstoffe sind genauestens definiert und normiert. Vorgeschriebene Herstellerangaben geben jeweils Aufschluss über Wärmeleitfähigkeit, Wasserdampfdiffusionswiderstand, Baustoffklasse und Brandschutzverhalten.
    Häufig verwendete Baustoffe für die Dachdämmung sind unter anderem:
  • Anorganische Dämmstoffe: 
    ‌Dazu zählen die klassischen Mineralwollen, wie beispielsweise Steinwolle oder Glaswolle. Als Platten oder Rollen lassen sich diese Stoffe leicht verlegen und sind bei fast allen Dämmvarianten verwendbar. Bei der Verarbeitung zeigt sich Glaswolle etwas flexibler; die Schallschutzwirkung von Steinwolle wiederum fällt aufgrund der höheren Dichte stärker aus. Da es sich in beiden Fällen um nicht brennbare Stoffe handelt, kommen sie dem Brandschutz zugute.
  • Geschäumte Kunststoffe: 
    ‌Synthetische Dachdämmungen wie Hartschaumplatten aus Polystyrol und Polyurethan zählen zu den meistverbauten Dämmstoffen. Polystyrol ist in Deutschland auch unter dem Markennamen „Styropor“ bekannt. Dämmschaum aus Kunststoff ist meist kostengünstig und bietet ein Mindestmaß an energetischer Dämmung. Er schützt jedoch nicht gut vor Hitze und sorgt im Sommer für hohe Zimmertemperaturen. 
  • Naturdämmstoffe: 
    ‌Naturdämmstoffe bestehen aus natürlich nachwachsenden Fasern tierischen oder pflanzlichen Ursprungs. Dazu gehört Schafwolle, Kokos, Hanf oder Flachs. Unter die Naturdämmstoffe wird auch Recyclingmaterial eingeordnet, beispielsweise Zellulose aus Altpapier. Natürliche Dämmstoffe wie etwa Holzfasern müssen oft in dicken Schichten angebracht werden, um ausreichend zu isolieren.
  • Aufgrund der Komplexität der Dachkonstruktion und der endlosen Auswahl an Materialien und Montagearten kann letztlich nur ein Profi entscheiden, welche Dachdämmung für Sie optimal ist. Ein professioneller Dachdecker wird Sie umfangreich beraten und die Bauarbeiten zuverlässig, schnell und diskret verrichten. Bei professioneller Umsetzung dauert es übrigens lediglich wenige Tage, ein Dach komplett neu zu dämmen.

    Materialdicke

    Um ausreichend Dämmeigenschaften zu gewährleisten, sollte die Gesamtdämmdicke der Sparren mindestens 16 cm betragen. Je nach Wärmeleitgruppe des Dämmstoffs kann eine Dicke von 20 bis 24 cm erforderlich sein.

    Kosten: Diese Faktoren beeinflussen den Preis

    Was das Dachdämmen kosten wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem von:
  • Material und Stärke des Dämmstoffs 
  • Einbau und Art der Dachdämmung 
  • Dachform und Dachfläche 
  • Arbeitsumfang und -aufwand 
  • Um unerwartet hohe Kosten zu vermeiden, können Sie sich mit Ihrem Handwerker auf einen Kostenvoranschlag einigen. Dieser wird Ihnen zudem helfen, Ihr vorhandenes Budget bestens auszunutzen und kann Sie zudem hinsichtlich der Beantragung von Fördergeldern unterstützen.

    Fördergelder für die Erhaltung von Dachdämmungen

    Die meisten Fördergelder für private Baumaßnahmen werden unter der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) vergeben. 

    ‌Die BEG ist zuständig für die Mittelvergabe der bundeseigenen KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). Die Geldmittel dieser beiden Institutionen unterscheiden sich in ihrer Handhabung:
  • Die KfW-Bank vergibt vor allem Förderkredite für energieeffiziente Bau- und Sanierungsarbeiten jeglicher Art. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass sich Ihre Kreditschuld zusätzlich durch Tilgungszuschüsse verringert.  
  • Das BAFA bietet eine Teilübernahme der Kosten von energieeffizienten Einzelmaßnahmen (z.B. Dachdämmen) an Gebäuden durch Prämien. Voraussetzung ist, dass der Eigentümer mindestens 2.000 € investiert. Die Zuschüsse der BAFA müssen vom Bauherrn nicht zurückgezahlt werden – vorausgesetzt, die Bedingungen des GEG wurden erfüllt.  
  • Zudem gibt es regionale Förderungen von Seiten der Bundesländer und Kommunen. Um eine Förderung zu bekommen, müssen Sie in den meisten Fällen einen Energieeffizienzberater aufsuchen, der die Förderwürdigkeit Ihres Projekts bestimmt und den Antrag stellt.
    Hinweis:
    Die Fördergelder werden eher bewilligt und fallen deutlich höher aus, wenn die Bauarbeiten von einem professionellen Handwerkerbetrieb durchgeführt werden.
    Beachten Sie, dass die vorgeschriebenen Standards im GEG laufend aktualisiert werden und sich die Bedingungen dementsprechend ändern können. Ihr Energieberater wird Sie dahingehend auf dem neuesten Stand halten.

    Dach dämmen – Bauen & Wohnen

    Wie dämmt man ein Dach nachträglich?

    Eine nachträgliche Dachdämmung erfolgt meist von innen durch Zwischen- und Untersparrendämmungen. Für die effizientere Aufsparrendämmung, die bei Neubauten für gewöhnlich zum Einsatz kommt, muss zuerst die komplette Dachhaut entfernt werden. 

    ‌Weiterlesen: Arten von Dachdämmungen: Einbau und Materialien

    Wie kann man ein Dach selbst dämmen?

    Arbeiten am Dach und im Innenausbau fallen unter die gefahrengeneigten Tätigkeiten von Handwerkern. Derartige Handwerke gelten als besonders risikoreich und fordern die Kompetenzen eines gelernten Meisters. Von heimwerklichen Selbstversuchen ist daher dringend abzuraten. 

    ‌Weiterlesen: Grundlagen: Bedeutung der Dachdämmung

    Wie dämmt man ein Dach richtig?

    Dachdämmung kann nach Material und Einbauart unterschieden werden. Welche Dämmart für Ihr Dach geeignet ist, hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab und kann nur von einem ausgebildeten Profi zuverlässig entschieden werden. 

    ‌Weiterlesen: Arten von Dachdämmungen: Einbau und Materialien

    Was ist die beste Dachdämmung?

    Heute gilt die Aufsparrendämmung als die effizienteste Dachdämmung, da diese keine Wärmebrücken bildet und auch keine nutzbare Fläche wegnimmt. Bei einer nachträglichen Dachdämmung ist die Innendämmung jedoch um einiges einfacher. 

    ‌Weiterlesen: Arten von Dachdämmungen: Einbau und Materialien

    Was kostet eine neue Dachdämmung?

    Die Kosten der Dachdämmung hängen unter anderem von Material und Stärke des Dämmstoffs, Einbau und Art der Dachdämmung, Dachform und Dachfläche sowie Arbeitsumfang und -aufwand ab. Um unerwartet hohe Kosten zu vermeiden, können Sie sich mit Ihrem Handwerker auf einen Kostenvoranschlag einigen. Dieser wird Ihnen zudem helfen, Ihr vorhandenes Budget bestens auszunutzen, und kann Sie zudem hinsichtlich der Beantragung von Fördergeldern unterstützen. 

    ‌Weiterlesen: Kosten: Diese Faktoren beeinflussen den Preis

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