Lampe anschließen – Bauen & Wohnen: Welche Vorsichtsmaßnahmen sind beim Lampenanschluss zu beachten und warum sollten Elektriker diese Aufgabe übernehmen? ©

Lampe anschließen – Sicherheit hat oberste Priorität

Für alle Arbeiten im Bereich der Elektroinstallation ist ein Elektriker zuständig. Gemäß Niederspannungsverordnung (NVA) sollten Fachleute Lampen anschließen. Erfahren Sie hier, wie Elektriker Lampen montieren und welche Konsequenzen bei nicht-fachgerechter Elektroinstallation drohen.

Warum sollten Elektriker Lampen anschließen?


‌Viele Heimwerker trauen sich durchaus zu, beim Neubau, der Sanierung oder der Renovierung einzelner Räume Lampen anzuschließen. Erlaubt ist dies allerdings nicht, denn aufgrund der sicherheitstechnischen Relevanz schreibt die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) in § 13 vor, dass ausschließlich Fachleute, also ausgebildete Elektriker, Elektroinstallationen vornehmen dürfen. 

‌Wie gefährlich das Arbeiten mit elektrischem Strom ist, zeigt ein Blick in die Unfallstatistik der Berufsgenossenschaft der ETEM (Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse), die im Jahr 2019 4.035 Stromunfälle registrierte, von denen fünf sogar mit dem Tod endeten. Daraus wird ersichtlich, dass sogar ausgebildete Elektriker nicht vor folgenschweren Fehlern gefeit sind. Handwerkliche Laien gehen bei Elektroinstallationen aller Art ein noch wesentlich größeres Risiko ein. Beauftragen Sie deshalb einen erfahrenen Elektriker damit, Lampen und Steckdosen anzuschließen oder Satellitenschüsseln auszurichten

‌Heimwerker müssen zwar nicht damit rechnen, mit einem Bußgeld bestraft zu werden. Problematisch wird es allerdings, wenn die Lampe nicht korrekt angeschlossen wurde und es dadurch beispielsweise zu einem Kabelbrand kommt. In diesem Fall wird sich die Versicherung weigern, den Schaden zu regulieren und auf die Nichtbeachtung von § 13 NAV hinweisen. Aus diesem Grund sollten Sie einen Elektriker damit beauftragen, Lampen anzuschließen. Damit ersparen Sie sich Zeit und Arbeit und können sicher sein, dass alle Vorschriften beim Anschluss eingehalten wurden.
Elektrische Anlage 

‌(1) Für die ordnungsgemäße Errichtung, Erweiterung, Änderung und Instandhaltung der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung (Anlage) ist der Anschlussnehmer gegenüber dem Netzbetreiber verantwortlich. Satz 1 gilt nicht für die Messeinrichtungen, die nicht im Eigentum des Anschlussnehmers stehen. Hat der Anschlussnehmer die Anlage ganz oder teilweise einem Dritten vermietet oder sonst zur Benutzung überlassen, so bleibt er verantwortlich. 

‌(2) Unzulässige Rückwirkungen der Anlage sind auszuschließen. Um dies zu gewährleisten, darf die Anlage nur nach den Vorschriften dieser Verordnung, nach anderen anzuwendenden Rechtsvorschriften und behördlichen Bestimmungen sowie nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet, erweitert, geändert und instand gehalten werden. In Bezug auf die allgemein anerkannten Regeln der Technik gilt § 49 Abs. 2 Nr. 1 des Energiewirtschaftsgesetzes entsprechend. Die Arbeiten dürfen außer durch den Netzbetreiber nur durch ein in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragenes Installationsunternehmen durchgeführt werden; im Interesse des Anschlussnehmers darf der Netzbetreiber eine Eintragung in das Installateurverzeichnis nur von dem Nachweis einer ausreichenden fachlichen Qualifikation für die Durchführung der jeweiligen Arbeiten abhängig machen. Mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung einschließlich der Messeinrichtung gilt Satz 4 nicht für Instandhaltungsarbeiten. Es dürfen nur Materialien und Geräte verwendet werden, die entsprechend § 49 des Energiewirtschaftsgesetzes unter Beachtung der allgemein anerkannten Regeln der Technik hergestellt wurden. Die Einhaltung der Voraussetzungen des Satzes 6 wird vermutet, wenn die vorgeschriebene CE-Kennzeichnung vorhanden ist. Sofern die CE-Kennzeichnung nicht vorgeschrieben ist, wird dies auch vermutet, wenn die Materialien oder Geräte das Zeichen einer akkreditierten Stelle tragen, insbesondere das VDE-Zeichen oder das GS-Zeichen. Materialien und Geräte, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder der Türkei oder einem Mitgliedstaat der Europäischen Freihandelsassoziation, der Vertragspartei des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ist, rechtmäßig hergestellt oder in den Verkehr gebracht worden sind und die den technischen Spezifikationen der Zeichen im Sinne des Satzes 8 nicht entsprechen, werden einschließlich der von den vorgenannten Staaten durchgeführten Prüfungen und Überwachungen als gleichwertig behandelt, wenn mit ihnen das geforderte Schutzniveau gleichermaßen dauerhaft erreicht wird. Der Netzbetreiber ist berechtigt, die Ausführung der Arbeiten zu überwachen.

Welche Werkzeuge benötigt der Elektriker beim Anschluss von Lampen?


‌Beim Anschließen von Lampen ist nicht nur fachliches Knowhow erforderlich, sondern auch eine professionelle Ausstattung mit Werkzeugen und standsicheren Leitern. Heimwerker verfügen meist nicht über das notwendige technische Equipment, das ein gefahrloses Arbeiten an der Elektroinstallation ermöglicht.
Hinweis:
Elektriker sprechen nicht von einer Lampe, sondern von einer Leuchte. Bei einer Lampe handelt es sich um das eigentliche Leuchtmittel (z. B. LED-Lampe, Halogen- oder Glühlampe). Dieses Leuchtmittel wird wiederum in die Fassung der Wand- oder Deckenleuchte eingeschraubt oder eingeklickt.
Der Elektriker benötigt folgende Werkzeuge, um eine Leuchte zu montieren: 

‌1) Schraubenzieher 

‌2) Spannungsprüfer oder Duspol 

‌3) Lüsterklemme 

‌4) Spitzzange 

‌5) Abisolierzange 

‌6) Isolierband 

‌7) standsichere Leiter 

‌Der Spannungsprüfer (Phasenprüfer) ist ein elektrisches Gerät, mit dem überprüft wird, ob eine elektrische Spannung vorhanden ist. Vielfach ist dieser Spannungsprüfer direkt in den Schraubenzieher integriert. Es ist wichtig zu beachten, dass die elektrische Leitfähigkeit abhängig vom Untergrund beeinträchtigt sein könnte. Wenn man auf einem Untergrund steht, der nicht leitfähig ist, kann dies das Prüfergebnis verfälschten. Dann leuchten die Lämpchen des Phasenprüfers kaum oder sogar gar nicht und es besteht die Gefahr der Verletzung durch einen Stromschlag. Profihandwerkern werden derartige Fehler im Gegensatz zu Laien nicht passieren, denn sie kennen sich mit den Wirkungen nicht-leitfähiger Untergründe aus und berücksichtigen dies bei ihrer Arbeit. 

Lüsterklemmen werden benötigt, um das Lampenkabel mit dem aus der Decke oder der Wand ragenden Anschlusskabel zu verbinden.

Vorbereitung der Wand- oder Deckenmontage


‌Der Elektriker wird den Anschluss der Lampe sorgfältig vorbereiten und beispielsweis überprüfen, welche Bohrer notwendig sind, um die Löcher für die Lampenhalterung zu bohren. Als erfahrener Fachmann ist er sich der Gefahr bewusst, dass ein Anbohren von Elektroleitungen zu schweren Schäden führt, die hohe Folgekosten verursachen. 

‌Auch die Wahl des Dübels ist entscheidend, damit die Lampe sicher montiert wird. Der Profi wird sogar an abgehängten Decken aus Gipskartonplatten mittels spezieller Hohlraumdübel für eine solide Befestigung der Leuchte sorgen.

Was bedeuten die Farben und Kürzel?


‌Meist ragen drei Kabel aus der Wand oder der Decke, die mit verschiedenfarbigem Kunststoff ummantelt sind und unterschiedliche Funktionen erfüllen. 

‌Für die Sicherheit der Elektroinstallation sorgt der Schutzleiter, die Erdung, die gelb-grün und in Altbauten auch rot ummantelt und mit dem Kürzel PE versehen ist. Der Schutzleiter ist besonders wichtig, wenn die Leuchte aus stromleitendem Metall besteht. Bei einem Kurzschluss wird der Schutzleiter den Strom ableiten. Dadurch kommt es zu einem Abfall der Spannung, der wiederum den FI-Schalter auslöst und damit die Stromzufuhr unterbricht

‌Der Außenleiter, die Phase, versorgt die Leuchte mit elektrischem Strom, ist schwarz oder braun ummantelt und mit dem Kürzel L versehen. 

‌Das dritte Kabel ist der sogenannte Nullleiter, der entweder blau oder grau (in Altbauten) ummantelt ist und den Stromkreis schließt, indem er den Strom von der Leuchte wegführt. Der Nullleiter trägt das Kürzel N. Werden beim Anschließen der Lampe der Schutzleiter (PE) und der Nullleiter (N) vertauscht, kann dies das Erdungssystem beeinträchtigen. Wenn ein FI-Schalter vorhanden ist passiert Folgendes: Der Strom fließt nicht über den Nullleiter und FI-Schalter zurück, sondern über den Schutzleiter (PE) am FI-Schalter vorbei. Dadurch wird bei jedem Anschalten der Lampe der FI-Schalter ausgelöst.
Hinweis:
In Altbauten wurden oft nur zwei Kabel (Außen- und Nullleiter) für die Anschlüsse von Leuchten vorgesehen.

Wie bereitet der Elektriker den Anschluss von Leuchten vor?


‌Bevor der Elektriker damit beginnt, die Lampe anzuschließen, wird er die Sicherung ausschalten. Auch wenn im Fachjargon ein Stromschlag mit einer Netzspannung von 230 Volt verharmlosend „Wischer“ genannt wird, drohen ernsthafte Folgen wie lebensbedrohende Herzrhythmusstörungen, Muskelkrämpfe und eine Beeinträchtigung der Atmung. Nicht zu unterschätzen sind die Sekundärunfälle aufgrund eines Stromschlags, beispielsweise ein Sturz von der Leiter

‌Ein erfahrener Elektriker kennt sich mit den Risiken beim Arbeiten an Stromleitungen aus und wird alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um Stromunfälle zu verhindern und die Elektroinstallation so vorzunehmen, dass davon auch in Zukunft keine Gefahr ausgeht. 

‌Diese vorbereitende Phase ist sehr wichtig, denn damit wird die Voraussetzung für einen risikolosen Anschluss der Leuchte geschaffen. Sind im Stromkasten zwei FI-Schalter vorhanden, muss sichergestellt werden, dass der richtige ausgeschaltet wurde.

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Anschluss der Leuchte an den Stromkreis


Der Elektriker wird die Lampe anschließen und dabei die Farben für den Nullleiter (N), die Phase (L) und den Schutzleiter (PE) beachten. Auch die Reihenfolge, in der die verschiedenen Adern des Kabels verbunden werden, ist von Bedeutung. Darüber achtet der Fachmann darauf, dass im Altbau, wo oft nur zwei Kabel aus der Wand oder aus der Decke ragen, eine schutzisolierte Leuchte angeschlossen wird. Schutzisolierte Leuchten erkennt man an der Kennzeichnung mit einem quadratischen Rahmen, in welchem ein zweites Quadrat abgebildet ist. Die Beachtung der Erdung ist besonders wichtig, wenn eine Metallleuchte angeschlossen werden soll. Ohne den korrekten Anschluss des Schutzleiters kann es passieren, dass das Gehäuse unter Strom gesetzt wird und man bei Berührung durch einen Stromschlag verletzt wird.

‌Tipp: ‌Lampe mit Bewegungsmelder anschließen 

‌Wenn der Elektriker eine Lampe mit integriertem Bewegungsmelder anschließen soll, wird kein weiteres Kabel benötigt, denn der Bewegungsmelder ist intern angeschlossen und muss deshalb nicht zusätzlich verdrahtet werden. Es ist dementsprechend nur eine Anschlussklemme mit drei Kabeladern vorhanden.


‌Tipp: LED-Lampe und Verkabelung/Polung 

‌Beim Anschluss von LED-Lampen ist es besonders wichtig, auf eine korrekte Verkabelung zu achten, denn bei einer falschen Polung funktioniert die Leuchte nicht.

Überprüfung der Funktion


‌Nachdem alle Kabel verbunden wurden, wird das Leuchtmittel in die Fassung geschraubt. Jetzt schaltet der Elektriker die Sicherung ein und überprüft die Funktion der Leuchte. Danach werden der Lichtschalter und die Sicherung erneut ausgeschaltet.

Endgültige Fixierung der Leuchte an der Wand oder der Decke


‌Nun werden die Lüsterklemme und der letzte Zentimeter der Kabeladern mit Isolierband umwickelt. Anschließend gilt es, die Aufhängung und die Anschlüsse zu verdecken, indem der Kabeldeckel oder der Baldachin in Richtung Wand oder Decke geschoben und dort mit einer Klemmschraube fixiert wird. Der fachmännische Anschluss der Lampe ist erledigt und somit kann nun der FI-Schutzschalter wieder umgelegt werden.

Stromkabel zu weit entfernt vom Montagepunkt?


‌Soll die Leuchte nicht dort montiert werden, wo die Kabel aus der Wand oder aus der Decke ragten, müssen die Lampenkabel entweder verlängert oder sogar neu verlegt werden. Ist eine unsichtbare Verlegung nicht möglich, weil es sich um eine Massivdecke handelt, wird der Elektriker eine sogenannte Affenschaukel installieren und dafür eine flache Anschlussdose verwenden. Handelt es sich um eine Hohldecke oder eine Holzdecke, kann die Verlängerung unsichtbar im Deckeninneren erfolgen. Sollte das Kabel zu kurz sein, wird der Elektriker das Kabel durch eine Lüsterklemme mit einem neuen Kabel verbinden und somit verlängern.

Lampe anschließen – Bauen & Wohnen

Warum sollte man einen Elektriker mit dem Anschluss der Lampe beauftragen?

Die Niederspannungsanschlussverordnung schreibt vor, dass ausschließlich Fachpersonal Arbeiten an der Elektroinstallation vornehmen darf, da ein unsachgemäßes Anschließen mit einem hohen Sicherheitsrisiko verbunden ist. 

‌Weiterlesen: Warum sollten Elektriker Lampen anschließen?

Was ist zu beachten, wenn im Altbau keine Erdung vorhanden ist?

Um Sicherheitsrisiken zu minimieren, wird der Elektriker dann eine schutzisolierte Leuchte empfehlen, in welcher bereits eine besondere Sicherung integriert wurde. 

‌Weiterlesen: Anschluss der Leuchte an den Stromkreis

Wie wird vorgegangen, wenn der gewünschte Anschlusspunkt zu weit vom Austrittspunkt der Kabel entfernt ist?

In diesem Fall muss das Kabel mit einer Lüsterklemme verlängert werden und wird dann entweder unsichtbar im Deckeninneren oder locker unterhalb der Decke entlanggeführt. 

‌Weiterlesen: Stromkabel zu weit entfernt vom Montagepunkt? 

Worauf muss beim Anschluss der Lampe unbedingt geachtet werden?

Es ist wichtig, dass die Montagearbeiten stromlos erfolgen und garantiert wird, dass sowohl die richtige Sicherung umgelegt als auch der Lichtschalter im entsprechenden Raum ausgeschaltet ist und durch ein Klebeband mit Sicherheitshinweis ein versehentliches Einschalten vermieden wird. 

‌Weiterlesen: Wie bereitet der Elektriker den Anschluss von Leuchten vor?

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