Wartungsarbeiten an einer Fußbodenheizung ©

Fußbodenheizung einstellen – Energiesparen ist Einstellungssache

Wenn Sie die Fußbodenheizung professionell einstellen lassen, vermeiden Sie Einstellungsfehler, die das Klima belasten und zu einem viel zu hohen Energieverbrauch sowie steigenden Heizkosten führen.

Fußbodenheizungen tragen zur Energiewende bei


‌Als Energiewende wird in Deutschland der Übergang von der Nutzung fossiler Energieträger und Kernenergie hin zu erneuerbaren Energiequellen bezeichnet. Ziel ist eine nachhaltige Energiewirtschaft, die eine Ausbeutung der Ressourcen und eine Belastung des Klimas durch Emissionen vermeidet. 

‌Die Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich spürbar. Jedes Jahr zeigen extreme Wetterlagen auch in Mitteleuropa, dass die Zeiten gemäßigten Klimas vorbei sind. Lange Dürreperioden wechseln sich mit Starkregen ab und Stürme erreichen nicht selten Orkanstärke. Die Wetteraufzeichnungen vermelden Rekordtemperaturen im Sommer und das ganze Jahr über steigende Durchschnittswerte. Neben diesen klimapolitischen Erwägungen tragen steigende Gas-, Strom- und Ölpreise dazu bei, dass der Druck wächst, energieeffiziente Technologien zu entwickeln. 

‌Private Haushalte verbrauchen jedes Jahr in Deutschland ungefähr 644 Terawattstunden (TWh) Energie. Das entspricht 644 Milliarden Kilowattstunden (kWh) und somit haben Privathaushalte einen Anteil von 25 Prozent am Gesamtenergieverbrauch des Landes. Mehr als zwei Drittel und damit der mit Abstand größte Teil der Energie entfällt auf das Heizen. Dementsprechend sind Bemühungen, einen Umstieg auf energieeffizientere Heizungen zu forcieren, besonders wichtig. Aus diesem Grund unterstützt der Staat den Einbau neuer Heizungen mit verschiedenen Förderprogrammen. 

‌Die meisten Bauherren entscheiden sich heutzutage für den Einbau einer modernen Fußbodenheizung. Auch im Zuge von Sanierungen ist die Nachrüstung einer Fußbodenheizung sinnvoll, denn diese Heizsysteme arbeiten besonders energieeffizient und erzeugen dabei eine sehr angenehme Wärme. Außerdem werden keine Heizkörper benötigt, sodass alle Wandflächen flexibel bei der Einrichtung der Räume genutzt werden können. Das Fehlen der Heizkörper reduziert zudem die Menge aufgewirbelten Staubs deutlich und daher sind Fußbodenheizungen für Hausstauballergiker die beste Wahl. 

‌Darüber hinaus lassen sich Fußbodenheizungen sehr gut mit Wärmepumpen kombinieren, weil die Heizungen eine wesentlich geringere Vorlauftemperatur benötigen. Fußbodenheizungen sind des Weiteren mit Photovoltaikanlagen kompatibel. 

‌Fußbodenheizungen punkten also mit einem ausgezeichneten Komfort, hoher Energieeffizienz und der Kompatibilität mit erneuerbaren Energien wie Erdwärme oder Solarenergie. Um diese Vorteile maximal zu nutzen, ist es jedoch notwendig, die Fußbodenheizung optimal einzustellen. Einstellungsfehler führen nämlich zu einem erhöhten Energiebedarf und sinkenden Wohnkomfort. Fußbodenheizungen sind komplexe Heizsysteme, deren Einbau und Wartung ein Fachbetrieb übernehmen sollte. Heizungsinstallateure verfügen über die erforderliche Ausbildung und Erfahrung und sorgen dafür, dass die Potenziale dieser umweltfreundlichen, sparsamen Heiztechnologie optimal genutzt werden.

Einstellung der Fußbodenheizung über Raumthermostate


‌Was ist damit gemeint, wenn man davon spricht, die Fußbodenheizung einzustellen? Einerseits geht es darum, die Raumtemperatur direkt an den Thermostaten zu regulieren und andererseits werden mit der Einstellung an der Heizungsanlage selbst die Energieeffizienz und die Heizleistung beeinflusst. 

‌Die Regulierung der Raumtemperatur erfolgt über Thermostate, an denen Sie die Temperatur variieren können. Bevor das Thermostat jedoch höher gestellt wird, sollte man beachten, dass sich das Heizverhalten einer Fußbodenheizung stark von dem eines Heizungssystems mit konventionellen Heizkörpern unterscheidet. Die Heizwärme muss sich vollständig im Heizkreislauf des jeweiligen Zimmers verteilen und dann den Fußboden von unten herauf heizen. Das dauert länger als das Erwärmen von Heizkörpern und deshalb haben viele Nutzer:innen zunächst das Gefühl, dass die Fußbodenheizung weniger effizient arbeitet. Während sich jedoch die Heizwärme von den Heizkörpern weg ungleichmäßig im Raum verteilt und nach oben steigt, bewirkt die Fußbodenheizung eine über die gesamte Fußbodenfläche gleichmäßige Erwärmung der festen Körper (Möbel, Wände, Teppiche, Menschen und Haustiere), die wiederum die Wärme abstrahlen. Das Prinzip ähnelt dem der natürlichen Sonnenwärme und wird als sehr angenehm empfunden. 

‌Bei der Einstellung der Fußbodenheizung über die Raumthermostate müssen deshalb die Aufwärm-und die Abkühlphase beachtet werden. Fußbodenheizungen benötigen einige Stunden, um den Fußboden aufzuheizen. Wie lange die Aufwärmphase dauert, hängt vom Bodenbelag ab. Fliesen und Natursteinböden leiten Wärme besonders gut und heizen sich schneller auf als dicke Teppichböden, deren Gummierungen zusätzlich isolierend wirken. 

‌Es ist wesentlich energieeffizienter, die Fußbodenheizung während kurzzeitiger Abwesenheit oder nachts nicht vollkommen herunterzufahren. Wenn der Raum vollständig auskühlt, wird mehr Energie für ein erneutes Erwärmen benötigt als für das Halten einer konstanten Grundtemperatur.
Hinweis:
Heizkosten durch Einstellen der optimalen Raumtemperatur sparen

 Für jeden Raum gelten andere Werte als behagliche Temperatur. Gemäß der ISO-Norm 7730, die auch als Behaglichkeitsnorm bezeichnet wird, sollten folgende Temperaturen angestrebt werden:

Badezimmer: 24 bis 26 °C
‌Wohn- und Arbeitszimmer: 20 bis 22 °C
‌Kinderzimmer: 20 bis 22 °C
‌Küche: 18 bis 20 °C
‌Schlafzimmer: 16 bis 18 °C
‌Keller: 10 bis 15 °C

Einstellung der Fußbodenheizung am Heizsystem


‌Die Einstellung der Fußbodenheizung erfolgt nicht nur über die Raumthermostate. Wie jede andere Heizungsanlage benötigt auch die Fußbodenheizung eine regelmäßige Wartung, bei der die Einstellungen der Heizungsanlage selbst überprüft und wenn nötig angepasst werden. Mit einem turnusmäßigen Heizungscheck stellen Sie sicher, dass die Heizungsanlage effizient funktioniert und Energie nicht unnötig verschwendet wird. Darüber hinaus können im Zuge einer Heizungswartung auch Verschleißteile ersetzt werden, bevor ein größerer Reparaturbedarf entsteht oder es zu plötzlichen Ausfällen kommt. 

‌Die Fußbodenheizung richtig einstellen, also die Werte am Heizungssystem verändern, kann nur ein Profi, der über entsprechende Fachkenntnisse verfügt. Expert:innen wissen genau, welche Werte aufgrund der Dimensionierung der Heizungsanlage nicht verändert werden sollten und welche Werte anhand eines Heizungsplans und bestimmter Berechnungen angepasst werden müssen. Die Kosten für eine Heizungswartung in einem Einfamilienhaus belaufen sich im Durchschnitt auf 150 bis 200 Euro.

Einstellung der Fußbodenheizung über einen hydraulischen Abgleich


‌Der Heizungsinstallateur wird einen hydraulischen Abgleich vornehmen, um den Druck in den einzelnen Heizkreisläufen zu überprüfen und zu optimieren. In den verschiedenen Heizkreisen herrschen unterschiedliche Druckwerte, sodass jeder Heizkreis separat eingestellt werden muss. Ziel des hydraulischen Abgleichs ist sicherzustellen, dass in jedem Zimmer genau die benötigte Menge an Heizungswasser ankommt. Die Räume sollen weder unter- noch überversorgt sein, sodass das Heizungssystem energieeffizient arbeitet und den bestmöglichen Wohnkomfort bietet. Zu diesem Zweck muss der Druck im Heizungssystem regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden. 

‌Die Druckwerte sollte man nicht in Eigenregie verändern. Beauftragen Sie einen Heizungsfachbetrieb, der die Druckwerte kontrolliert und gegebenenfalls eine Anpassung vornimmt.

Die Druckwerte hängen von folgenden Faktoren ab:

  • Heizwärmebedarf – welche Heizleistung wird im jeweiligen Heizkreislauf benötigt? 
  • Welche Rohrlänge hat der Heizkreislauf?  
  • Welche Volumenströme benötigt der Heizkreislauf? 
  • Auf welchem Untergrund ist die Fußbodenheizung installiert? 
  • Welcher Bodenbelag (Material und Dicke) liegt im Raum? 
  • Wie ist die Vorlauftemperatur der Heizung eingestellt? 

  • ‌Neben den Druckwerten gibt es weitere wichtige Werte, die bei der Einstellung der Fußbodenheizung zu berücksichtigen sind:
  • Vorlauftemperatur 
  • Rücklauftemperatur 
  • Spreizung 
  • Durchfluss

  • Einstellung der optimalen Vorlauftemperatur


    ‌Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, die das Heizungswasser im Heizkreislauf erreichen muss, um den Raum auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen. Fußbodenheizungen zeichnen sich in dieser Hinsicht durch eine besondere Sparsamkeit aus. Während konventionelle Heizkörper bis zu 65 Grad Vorlauftemperatur und veraltete Heizkörper sogar bis zu 90 Grad Vorlauftemperatur benötigen, reicht bei einer Fußbodenheizung eine Vorlauftemperatur von 28 bis 35 Grad aus. Wenn Sie ein Niedrigenergiehaus beheizen, sind sogar 23 Grad vollkommen ausreichend. Niedrige Vorlauftemperaturen bedeuten, dass die Heizungsanlage weniger Energie aufwenden muss. Auf diese Weise werden der Energiebedarf gesenkt und die Heizkosten reduziert. Der Heizungsinstallateur stellt die Vorlauftemperatur perfekt ein und kontrolliert diese bei jeder Wartung, um Energieverluste zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Heizleistung ausreichend ist. Dabei gilt, dass in Räumen, in denen sich viel bewegt wird, eine niedrigere Heizleistung benötigt wird. Somit muss die Vorlauftemperatur für das Wohnzimmer höher eingestellt werden als die Vorlauftemperatur im Hobbyraum oder in der Küche.

    Welche Rücklauftemperatur sollte eingestellt werden?


    ‌Als Rücklauftemperatur wird die Temperatur des Heizwassers bezeichnet, das von den Rohrleitungen zurück zur Heizungsanlage fließt. Vorlauf- und Rücklauftemperatur beeinflussen sich gegenseitig. Auch die Einstellung der Rücklauftemperatur verändert die Heizleistung der Fußbodenheizung. Überlassen Sie diese Einstellung ebenfalls einem Heizungsinstallateur, der sich mit Ihrer Heizungsanlage auskennt und weiß, welche Werte erreicht werden sollten.

    Spreizung – Differenz zwischen Vor- und Rücklauftemperatur


    ‌Die Spreizung wird in den technischen Bauplänen der Heizungsanlage üblicherweise in Kelvin angegeben. Hinsichtlich der Temperaturdifferenzen unterscheiden sich die Werte nicht von Celsiusangaben. Beträgt die Vorlauftemperatur beispielsweise 35 Grad Celsius und die Rücklauftemperatur 30 Grad Celsius liegt die Spreizung bei 3 Kelvin oder 5 Grad Celsius.

    Durchfluss – wie viel Heizwasser fließt durch das Heizungssystem?


    ‌Die Durchflussmenge des Heizwassers wird oft als Volumenstrom bezeichnet. Veränderungen des Durchflusses führen zu einer Veränderung der Heizleistung im jeweiligen Heizkreis, wobei eine größere Durchflussmenge zu einer Steigerung der Heizleistung führt. Der Heizungsinstallateur bestimmt die Durchflussmenge im Rahmen des oben beschriebenen hydraulischen Abgleichs und berücksichtigt dabei auch die Werte der Vor- und Rücklauftemperatur, die Rohrlänge sowie die Spreizung.

    Welche Bedeutung hat die Heizkurve?


    ‌Fußbodenheizungen arbeiten überwiegend witterungsgeführt. Als Heizkurve wird die Kennlinie bezeichnet, die angibt, in welcher Weise die Fußbodenheizung auf Veränderungen der Außentemperatur reagiert. Sinken draußen die Temperaturen, passt das Heizungssystem die Heizleistung an und erhöht die Vorlauftemperatur automatisch. Steigen die Außentemperaturen im Frühling, kann die Vorlauftemperatur entsprechend gesenkt werden. Die Fußbodenheizung passt sich also an die Witterung an. Im Idealfall sollte die Vorlauftemperatur nur so hoch sein, dass damit der Wärmeverlust durch Fenster, Wände und das Dach ausgeglichen wird. 

    ‌Das Einstellen der Heizkurve ist wichtig, um den Heizbetrieb möglichst effizient zu gestalten und einen optimalen Einklang zwischen niedrigem Energieverbrauch und Komfort zu erreichen. Moderne Fußbodenheizungen sind mit Fühlern ausgestattet, die kontinuierlich die Außentemperatur messen und sicherstellen, dass diese bei der Heizkurve berücksichtigt wird. Die optimale Einstellung der Heizkurve kann nur ein Fachmann erledigen. 

    ‌Folgende Parameter der Heizkurve werden bei der Einstellung verändert:
  • Höhe
  • Neigung
  • Nachtabsenkung
  • Heizgrenze
  • Höhe


    ‌Bei einer Fußbodenheizung reicht eine relativ niedrige Heizkurve aus. Für die Einstellung der Höhe sind ebenso wie für die Einstellung der Neigung Erfahrung und Geduld erforderlich. Beide Parameter müssen so oft verändert werden, bis in jedem Raum bei jeder Außentemperatur die gewünschte Wohlfühltemperatur erreicht ist.

    Neigung


    ‌Je flacher die Heizkurve verläuft, desto langsamer steigt die Vorlauftemperatur. Bei älteren Gebäuden mit mangelhafter Wärmedämmung ist eine steilere Heizkurve sinnvoll, um die Räume warm zu halten. In gut gedämmten Häusern reicht jedoch eine flache Heizkurve aus, da keine großen Änderungen der Vorlauftemperatur nötig sind.

    Nachtabsenkung


    ‌Die Heizkurve kann für die Nacht parallel nach unten verschoben werden, da eine geringere Heizleistung benötigt wird. Durch die Nachtabsenkung lassen sich Heizkosten sparen, es sollte aber darauf geachtet werden, dass die Fußbodenheizung morgens zwei bis drei Stunden Vorlauf braucht, bevor sich die volle Heizleistung entfaltet.

    Heizgrenze


    ‌Die Heizgrenze ist die Außentemperatur, ab der vollständig auf die Heizung verzichtet werden kann.
    Achtung:
    Alle Werte müssen bei der Einstellung simultan berücksichtigt werden!

    Die Einstellwerte der Fußbodenheizung stehen in engen Interdependenzen zueinander. Wird ein Wert verändert, hat das unmittelbare – vielleicht unerwünschte – Auswirkungen auf die anderen Werte, sodass die Energieeffizienz und die Leistungsfähigkeit der Heizungsanlage leiden. Deswegen sollte die Einstellung der Fußbodenheizung von einem zuverlässigen Heizungsfachmann vorgenommen werden, der die Heizungsanlage als System versteht und genau weiß, was Eingriffe an den verschiedenen Stellen des Heizungssystems bewirken.
    Informieren Sie sich auf unserem Portal über Heizungsfachbetriebe in der Region und holen Sie für die regelmäßige Wartung verschiedene Angebote ein. Auf diese Weise können Sie Geld sparen, denn Heizungsfachbetriebe honorieren den Abschluss eines Wartungsvertrages mit besseren Konditionen.

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    Fußbodenheizung einstellen – Bauen & Wohnen

    Warum sollte man die Fußbodenheizung regelmäßig einstellen lassen?

    Die verschiedenen Werte beeinflussen, wie leistungsfähig und energieeffizient die Heizungsanlage arbeitet. Eine gut gewartete, optimal eingestellte Fußbodenheizung spart Energie und Heizkosten und entlastet die Umwelt. 

    ‌Weiterlesen: Fußbodenheizungen tragen zur Energiewende bei

    Welche Vorlauftemperatur benötigen Fußbodenheizungen?

    Fußbodenheizungen benötigen wesentlich geringere Vorlauftemperaturen als konventionelle Heizungen. Je nach Wärmedämmung reichen Vorlauftemperaturen zwischen 23 und 35 Grad aus. 

    ‌Weiterlesen: Einstellung der optimalen Vorlauftemperatur

    Welche Funktion hat die Heizkurve?

    Die Heizkurve gibt an, wie die Fußbodenheizung auf eine Veränderung der Außentemperatur reagiert. Je geringer die benötigte Vorlauftemperatur ist, desto flacher und niedriger kann die Heizkurve sein. 

    ‌Weiterlesen: Welche Bedeutung hat die Heizkurve?

    Sollte man die Fußbodenheizung nachts abstellen?

    Es ist nicht empfehlenswert, die Heizung ganz abzustellen, da ein Wiederaufheizen lange dauert und mehr Energie verbraucht als das Halten einer konstanten Temperatur. 

    ‌Weiterlesen: Einstellung der Fußbodenheizung über Raumthermostate

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